Ein IT-Sicherheitscheck muss nicht mit einem komplizierten Audit beginnen. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist zunächst entscheidend, die wichtigsten Schutzbereiche systematisch zu prüfen: Benutzerkonten, Geräte, E-Mail, Netzwerk, Datensicherung und die Reaktion auf einen möglichen Ausfall.
Warum ein regelmäßiger IT-Sicherheitscheck wichtig ist
Viele Sicherheitsprobleme entstehen nicht durch besonders ausgefeilte Angriffe, sondern durch alltägliche Schwachstellen: gemeinsam genutzte Kennwörter, nicht mehr benötigte Benutzerkonten, veraltete Geräte, unkontrollierte Freigaben oder Sicherungen, die noch nie zurückgespielt wurden. Ein Sicherheitscheck macht diese Punkte sichtbar und hilft, Maßnahmen nach Risiko und Aufwand zu priorisieren.
Das Ziel ist nicht, möglichst viele Produkte einzusetzen. Gute IT-Sicherheit entsteht aus einem abgestimmten Zusammenspiel von Technik, klaren Zuständigkeiten und nachvollziehbaren Abläufen.
1. Benutzerkonten und Zugriffsrechte prüfen
Jede Person sollte ein eigenes Benutzerkonto verwenden. Konten ausgeschiedener Mitarbeiter müssen zeitnah gesperrt werden. Administratorrechte sollten nur dort vergeben sein, wo sie tatsächlich benötigt werden.
- Gibt es persönliche statt gemeinsam genutzter Konten?
- Sind ehemalige Benutzer vollständig deaktiviert?
- Wer besitzt lokale oder globale Administratorrechte?
- Werden Berechtigungen regelmäßig kontrolliert?
2. Mehrstufige Anmeldung aktivieren
Für Microsoft 365, Fernzugänge, Verwaltungsoberflächen und andere wichtige Dienste sollte eine Mehrfaktor-Authentifizierung verwendet werden. Ein gestohlenes Kennwort allein reicht dann nicht mehr für die Anmeldung.
3. Geräte und Betriebssysteme aktuell halten
Arbeitsplätze, Notebooks, Server, Firewalls, NAS-Systeme und Netzwerkgeräte benötigen regelmäßige Sicherheitsupdates. Entscheidend ist ein fester Prozess: Wer kontrolliert Updates, wann werden sie installiert und wie werden Ausnahmen dokumentiert?
4. Endgeräte zentral absichern
Ein aktueller Schutz gegen Schadsoftware ist nur ein Bestandteil. Ebenso wichtig sind Gerätekonfiguration, Festplattenverschlüsselung, Bildschirmsperren und die Möglichkeit, verlorene mobile Geräte zu sperren oder zurückzusetzen.
5. E-Mail-Sicherheit verbessern
E-Mail bleibt ein häufiger Ausgangspunkt für Betrugsversuche und Schadsoftware. Prüfen Sie Spam- und Phishing-Schutz, externe Absenderkennzeichnung, gefährliche Dateitypen und die Sensibilisierung der Mitarbeiter. Zahlungsanweisungen oder Änderungen von Bankverbindungen sollten immer über einen zweiten Kommunikationsweg bestätigt werden.
6. Netzwerk und WLAN trennen
Gäste, private Geräte, Drucker, Kameras und produktive Systeme sollten nicht unnötig im selben Netzwerksegment liegen. Ein separates Gäste-WLAN und klare Firewall-Regeln begrenzen die Auswirkungen kompromittierter Geräte.
7. Sichere Fernzugänge verwenden
Direkt aus dem Internet erreichbare Verwaltungsoberflächen oder Remote-Desktop-Dienste erhöhen das Risiko erheblich. Fernzugriffe sollten über abgesicherte VPN-Verbindungen, Mehrfaktor-Authentifizierung und nachvollziehbare Benutzerkonten erfolgen.
8. Backup nach dem 3-2-1-Grundsatz planen
Wichtige Daten sollten mehrfach, auf unterschiedlichen Speichermedien und mit mindestens einer externen beziehungsweise getrennten Kopie gesichert werden. Eine Sicherung, die dauerhaft mit dem produktiven Netzwerk verbunden ist, kann bei einem Sicherheitsvorfall ebenfalls betroffen sein.
9. Wiederherstellung wirklich testen
Der wichtigste Nachweis eines funktionierenden Backups ist ein erfolgreicher Wiederherstellungstest. Dokumentieren Sie, welche Systeme in welcher Reihenfolge wiederhergestellt werden, wie lange dies dauert und wer die benötigten Zugangsdaten besitzt.
10. Cloud-Freigaben und Microsoft 365 kontrollieren
Prüfen Sie öffentliche Links, Gastbenutzer, externe Freigaben, Weiterleitungsregeln und privilegierte Rollen. Besonders alte Freigaben bleiben häufig länger aktiv als beabsichtigt.
11. IT-Dokumentation aktuell halten
Zu einer belastbaren Dokumentation gehören Ansprechpartner, Verträge, Lizenzen, Geräte, Netzwerkplan, Zugangskonzepte, Sicherungsziele und Wiederherstellungsabläufe. Kritische Informationen müssen auch dann verfügbar sein, wenn zentrale Systeme nicht erreichbar sind.
12. Einen IT-Notfallplan festlegen
Im Ernstfall muss klar sein, wer entscheidet, welche Systeme zuerst abgeschaltet oder wiederhergestellt werden und wie Mitarbeiter, Kunden und Dienstleister informiert werden. Ein kurzer, praxistauglicher Plan ist besser als ein umfangreiches Dokument, das im Notfall niemand findet.
Beginnen Sie mit Konten, Mehrfaktor-Authentifizierung, Updates und Backup-Tests. Danach folgen Netzwerksegmentierung, Dokumentation und ein abgestimmter Notfallplan.
Wie oft sollte der Sicherheitscheck wiederholt werden?
Ein vollständiger Check sollte mindestens regelmäßig und zusätzlich nach größeren Veränderungen erfolgen – beispielsweise nach einem Umzug, einer Servermigration, der Einführung neuer Cloud-Dienste oder einem Mitarbeiterwechsel mit weitreichenden Berechtigungen.
Fazit
Ein guter IT-Sicherheitscheck liefert keine unübersichtliche Mängelliste, sondern eine klare Priorisierung. Unternehmen sollten zuerst die Risiken angehen, die den Betrieb unmittelbar gefährden oder besonders leicht ausgenutzt werden können. Nexus Systems Kleer unterstützt KMU im Ruhrgebiet bei Bestandsaufnahme, Absicherung, Dokumentation und laufender Betreuung.
